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Ratgeber · D-Screening

D-Screening: So läuft die verkehrspsychologische Kurzuntersuchung ab

Das D-Screening ist die verkürzte Form der verkehrspsychologischen Untersuchung. Wer die Lenkberechtigung für die Klasse D erwerben will, muss sie durchlaufen – ohne Delikt, ohne Vorgeschichte. Hier finden Sie den Ablauf Schritt für Schritt, die vier Prüfbereiche, die Bewertung, die Kosten und die Regeln für eine Wiederholung.

Symbolbild: Eine Person sitzt an einem Testplatz mit Bedienpult und Laptop und bearbeitet eine Aufgabe.
Symbolbild eines Testplatzes mit Bedienpult, wie er bei den computergestützten Leistungstests verwendet wird. Aufbau und Hardware unterscheiden sich je nach Untersuchungsstelle.

Auf einen Blick

Screening oder volle VPU – was ist der Unterschied?

Die verkehrspsychologische Untersuchung gibt es in zwei Ausbaustufen. Die vollständige VPU ist der Regelfall nach einem Führerscheinentzug: umfangreiche Leistungstests, eine Persönlichkeitsuntersuchung und ein ausführliches Explorationsgespräch über den Anlassfall. Das Screening nach § 18 Abs. 4 FSG-GV ist die Kurzform für Bewerber, denen niemand etwas vorwirft – vor allem angehende Busfahrer.

Screening (Klasse D)

Beobachtungs- und Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit, Koordination · verkürztes Gespräch, unter anderem zur Motivation · rund ein bis zwei Stunden · 156 €

Vollständige VPU

Alle Leistungsbereiche nach § 18 Abs. 2 einschließlich Reaktionsverhalten, Intelligenz und Erinnerungsvermögen · Persönlichkeitsuntersuchung nach § 18 Abs. 3 · ausführliches Explorationsgespräch · meist drei bis vier Stunden · 576 €

Wichtig ist der Übergang zwischen beiden Stufen: Ergibt das Screening einen Verdacht auf Mängel in der Leistungsfähigkeit oder an der Bereitschaft zur Verkehrsanpassung, ist laut Gesetz die volle Untersuchung durchzuführen. Ein schwaches Screening ist also nicht automatisch ein negatives Ergebnis – es wird zur längeren und teureren Untersuchung.

Wer muss zum D-Screening?

Für die Lkw-Klassen C und CE ist kein Screening vorgeschrieben. Der Amtsarzt kann aber auch dort eine Stellungnahme zur Leistungsfähigkeit anfordern, wenn er Zweifel hat.

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Aufforderung durch den Amtsarzt. Im Zuge der amtsärztlichen Untersuchung für die Klasse D bekommen Sie die Aufforderung, eine verkehrspsychologische Stellungnahme beizubringen.
  2. Termin bei einer ermächtigten Stelle. Sie wählen österreichweit frei; die Tarife sind überall gleich. Mitzubringen sind ein amtlicher Lichtbildausweis und die Unterlagen der Behörde. Kommen Sie ausgeschlafen und ohne Alkohol vom Vortag – das wirkt sich messbar auf die Reaktionswerte aus.
  3. Einweisung und Übungsphase. Jeder Test wird erklärt, und vor dem eigentlichen Durchgang gibt es eine kurze Übungsphase am Gerät. Nutzen Sie sie bewusst: Wer hier noch die Tasten sucht, verliert im scharfen Durchgang Punkte.
  4. Leistungstests am Computer. Vier Prüfbereiche, meist 45 bis 60 Minuten, mit Pausen dazwischen (Details unten).
  5. Verkürztes Explorationsgespräch. Eine Verkehrspsychologin oder ein Verkehrspsychologe spricht mit Ihnen über Ihre Motivation für die Klasse D, Ihre Fahrpraxis, Ihren Umgang mit Stress und Fahrgästen sowie über Alkohol, Medikamente und Gesundheit.
  6. Ergebnisbesprechung und Stellungnahme. Das Ergebnis wird mit Ihnen besprochen. Die schriftliche Stellungnahme geht direkt an die Behörde – nach § 18 Abs. 5 FSG-GV allerdings erst, wenn das Untersuchungsentgelt vollständig bezahlt ist.

Die vier Prüfbereiche im Detail

§ 18 Abs. 4 FSG-GV legt fest, was im Screening jedenfalls geprüft wird. Die konkreten Testverfahren müssen vom Verkehrsministerium anerkannt sein und unterscheiden sich je nach Untersuchungsstelle im Detail – die Aufgabentypen dahinter sind aber überall ähnlich.

1. Beobachtungsfähigkeit und Überblicksgewinnung

Verkehrsszenen oder abstrakte Bilder werden nur kurz eingeblendet. Sie müssen erfassen, was zu sehen war: Wie viele Fahrzeuge, welche Verkehrszeichen, wo ein Fußgänger. Gemessen wird, wie schnell und vollständig Sie eine Situation aufnehmen – für einen Buslenker, der Haltestellen, Spiegel und Fahrgäste gleichzeitig im Blick haben muss, die zentrale Fähigkeit.

2. Konzentrationsfähigkeit

Über mehrere Minuten hinweg vergleichen Sie Zeichen, Figuren oder Muster nach einer festen Regel und markieren Treffer. Die einzelne Aufgabe ist einfach; anspruchsvoll wird sie durch die Dauer. Geprüft wird, ob die Leistung stabil bleibt oder gegen Ende einbricht.

3. Belastbarkeit

Der bekannteste Teil ist der Determinationstest: Farbfelder leuchten auf, Töne erklingen, dazu kommen Fußpedale – und Sie antworten mit den passenden Tasten, während das Tempo steigt. Hier geht es nicht darum, alles zu schaffen. Gemessen wird, wie Sie unter Reizüberflutung reagieren: Bleiben Sie handlungsfähig, oder blockieren Sie? Fehler sind eingeplant; Panik nicht.

4. Koordination und Sensomotorik

Mit Joystick oder Drehreglern halten Sie eine Markierung auf einer bewegten Linie oder führen zwei Bewegungen gleichzeitig aus. Das prüft das Zusammenspiel von Auge und Hand – die Grundlage für das ruhige Führen eines zwölf Meter langen Fahrzeugs.

Übungsphase ernst nehmen: Bei jedem Test können Sie vor dem Start üben. Diese Minuten sind nicht Teil der Bewertung – aber sie entscheiden darüber, ob Sie im scharfen Durchgang das Gerät bedienen oder die Aufgabe lösen.

Das Gespräch

Das Gespräch ist beim Screening kürzer als bei der vollen VPU, aber es zählt. Gefragt wird nach dem, was das Gesetz ausdrücklich nennt: Ihrer Motivation für die Lenkberechtigung. Warum wollen Sie Bus fahren, wie stellen Sie sich den Beruf vor, wie gehen Sie mit schwierigen Fahrgästen oder Zeitdruck um? Dazu kommen Fahrpraxis, bisherige Vormerkungen, Alkohol- und Medikamentenkonsum und der allgemeine Gesundheitszustand.

Es gibt hier keine Trickfragen. Was zählt, sind nachvollziehbare Antworten und ein realistisches Bild des Berufs. Wer Risiken kleinredet oder widersprüchliche Angaben macht, erzeugt genau den Verdacht, der zur vollen Untersuchung führt.

Wie wird bewertet?

Ihre Ergebnisse werden mit einer Vergleichsgruppe in Beziehung gesetzt – Sie müssen nicht perfekt sein, sondern in jedem Bereich das erforderliche Mindestniveau erreichen. Entscheidend ist das Gesamtbild: eine schwache Einzelaufgabe wird gegen die übrigen Ergebnisse und das Gespräch abgewogen.

Drei Ausgänge sind möglich:

Kosten, Bezahlung und Gültigkeit

Screening: 156 € (130 € netto zzgl. 20 % USt.) nach § 23 Abs. 3 FSG-GV

Zum Vergleich: Überprüfung der Leistungsfähigkeit 217,20 €, Persönlichkeitsuntersuchung 360 €, vollständige VPU 576 €. Die Tarife gelten für alle ermächtigten Stellen gleich.

Fassung BGBl. II Nr. 209/2024, in Kraft seit 1. August 2024. Maßgeblich ist der am Untersuchungstag geltende Stand.

Die Stellungnahme wird erst nach vollständiger Bezahlung an die Behörde übermittelt – planen Sie die Zahlung also vor oder am Untersuchungstag ein, sonst verzögert sich Ihr Verfahren. Zur Gültigkeitsdauer nennen die Untersuchungsstellen 18 Monate; verbindlich ist, was die Behörde in Ihrem Verfahren verlangt.

Woran es scheitert – und was Sie vorher tun können

Die allermeisten Bewerber scheitern nicht an fehlender Eignung, sondern an der Testsituation: ungewohnte Bedienpulte, unterschätzter Zeitdruck, Nervosität, weil der künftige Arbeitsplatz am Ergebnis hängt. Alle vier Prüfbereiche sind trainierbar – Reaktion, Konzentration und Überblick verbessern sich messbar, wenn man die Aufgabentypen kennt und regelmäßig übt.

Was rund um die Klasse D sonst noch gilt – Gruppe 2, amtsärztliche Untersuchung, unser Trainingsumfang für Busfahrer – steht im Ratgeber VPU für die Klasse D.

Gezielt auf das D-Screening vorbereiten

Wir trainieren alle gängigen Leistungstest-Formate online, in Ihrem Tempo, bis die Abläufe sitzen – und bereiten Sie auf das Gespräch vor. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Kostenloses Erstgespräch

Häufige Fragen zum D-Screening

Ist das D-Screening dasselbe wie die VPU?

Nein. Das Screening ist die gesetzlich vorgesehene Kurzform der verkehrspsychologischen Untersuchung (§ 18 Abs. 4 FSG-GV): vier Leistungsbereiche und ein verkürztes Gespräch statt der vollständigen Untersuchung mit Persönlichkeitsteil. Nur bei Verdacht auf Mängel wird daraus die volle VPU.

Wie lange dauert das D-Screening?

Die Untersuchungsstellen rechnen mit ein bis zwei Stunden, inklusive Einweisung, Übungsphasen, Pausen und Gespräch. Die vollständige VPU dauert dagegen meist drei bis vier Stunden.

Kann ich beim D-Screening durchfallen?

Ja, es gibt negative Stellungnahmen. Häufiger ist aber der Zwischenschritt: Bei Verdacht auf Mängel wird das Screening zur vollen Untersuchung erweitert. Eine weitere Untersuchung innerhalb von zwölf Monaten darf nur auf ausdrückliche Anordnung der Behörde stattfinden.

Brauche ich das Screening auch für den Lkw-Führerschein (Klasse C)?

Nein. Das Screening ist nur für Bewerber um die Klasse D vorgeschrieben. Bei Zweifeln an der Leistungsfähigkeit kann der Amtsarzt aber auch bei anderen Klassen eine verkehrspsychologische Stellungnahme verlangen.

Gilt das Screening auch für den Schulbuslenkerausweis?

Die ermächtigten Stellen bieten das Screening auch für den Schulbuslenkerausweis an. Ob es in Ihrem Fall verlangt wird, klären Sie mit der Behörde, die den Ausweis ausstellt.

Was kostet das D-Screening?

156 € brutto (130 € netto zuzüglich 20 % Umsatzsteuer). Der Betrag ist in § 23 Abs. 3 FSG-GV festgelegt und für alle Untersuchungsstellen gleich. Die Stellungnahme wird erst nach vollständiger Bezahlung an die Behörde übermittelt.

Dieser Ratgeber informiert allgemein über das verkehrspsychologische Screening in Österreich. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine verbindliche Auskunft der zuständigen Behörde, des Amtsarztes oder der Untersuchungsstelle. Rechtsgrundlagen: §§ 17, 18 und 23 FSG-GV, geprüft im September 2026. Wir sind keine ermächtigte verkehrspsychologische Untersuchungsstelle und führen keine Untersuchungen durch.